Jedes Jahr aufs Neue

 

Wir betreiben unsere Praxis inzwischen, man kann es kaum glauben, ab dem 13. August 2018, seit genau 20 Jahren. Auch vorher schon bestand seit 4 Jahren eine privatzahnärztliche Praxis im Marinefliegergeschwader 5 in Kiel Holtenau und schon davor 4 Jahre zahnärztliche Tätigkeit bei der Bundeswehr. Also insgesamt sammeln sich da inzwischen 28 Jahre Berufserfahrung, zuzüglich der Erfahrung meiner charmanten Assistentinnen.

Und so fällt jedes Jahr der gleiche Spruch im Vorlauf des Sommerurlaubs:

Wir sind zwar bestens organisiert, wissen aber genauso gut, dass man machen kann, was man will, am Ende kommt es dann doch wieder anders und am Ende des letzten Arbeitstages  ist der Arzt dann auch tatsächlich mit den Nerven fertig und im wahrsten Sinne des Wortes urlaubsreif.

Nun ist das nicht nur amüsant zu lesen, was hier steht, sondern man kann sowohl dem interessierten Leser, als auch dem betroffenen Patienten, der sich hier wieder zu erkennen vermag, manch interessanten Hinweis geben, der nicht vom akademischen Elfenbeinturm kommt, sondern aus der täglich erlebten Patientenbehandlung. Spätestens in diesem Beitrag dürfte nun jedem klar sein, dass das hier keine Fake Geschichten sind.

Bei allem situationsbezogenen Humor soll nicht vergessen werden, dass CMD Patientien krank sind. Dass es sich um keine Einbildung von Beschwerden handelt, sondern diese real vorliegen und die Patienten ernst zu nehmen sind. Das tun wir auch und doch bleibt es nicht aus, dass es Ereginisse gibt, die eine gewissen Situationskomik erzeugen, und das ist auch gut so, denn ansonsten könnte man den Umgang mit diesen Patienten nicht unbeschadet überstehen.

Fangen wir mal gestern Abend an. Wir saßen in der Forstbaumschule (Kiels einziger annehmbarer Biergarten) und unterhielten uns über die anstehende Behandlung unserer neuen Patientin aus Düsseldorf.

Der fallen nun dauernd, die nicht von uns gefertigten dauerprovisorischen Versorgungen im Oberkiefer heraus, und leider konnten wir sie auch nicht auf 500 Kilometer Entfernung festsetzen. Die Patientin, inzwischen Kummer gewohnt, behilft sich bis zu unserem Termin in ca. 5 Wochen mit Prothesenklebe. Das geht, vor allem dann, wenn Zahnpasta als Befestigungszement nicht mehr hilft. In jedem Fall macht man sich Gedanken, ob und wie man helfen könnte, und sei es durch gute Ratschläge.

Die Röntgenmaschine hatten wir extra am Donnerstag noch nicht entleert, weil erfahrungsgemäß am Donnerstagabend noch Jemand anruft, dass er seit 3 Tagen starke Probleme hat, es nun aber, mit Blick auf den Urlaub nicht mehr aushält, und am Freitag nun doch noch gerne, noch mal kurz vorbeikommen möchte.

Es hatte erstaunlicherweise aber Niemand angerufen, so dass alles darauf hindeutete, dass die letzte Arbeitswoche vor dem lange geplanten Sommerurlaub mit einem ruhigen Freitagvormittag ganz normal zu Ende gehen sollte.

Freitagmorgen noch mal zur Fußpflege, dann in die Praxis, Schreibtisch aufräumen und in aller Seelenruhe in den Urlaub fahren. So sah das jedenfalls bis Freitagmorgen aus.

Daher Eintritt in die Praxis, Frau Bahr baut die Röntgenentwicklungsmaschine auseinander, alle gehen gemessenen Schrittes ihren letzten Arbeitstätigkeiten nach und dann gehts los...

Erster Anruf: Unsere Patientin aus Kiel, die nach Jahren wieder zurück gefunden hatte, hat einen starken Druck auf einem wichtigen Pfeilerzahn, der direkt nach dem Sommerurlaub mit einer hochwertigen Teilprothesenrekonstruktion versorgt werden sollte. Ja, so was machen wir auch, zwar selten, aber es kommt vor.

Die Patientin erscheint. Der Zahn wird trepaniert und ohne größeres Zutun fliegt die klinische Krone einfach von der Wurzel, weil die Vorbehandlerin den Zahn so dünn beschliffen hatte, dass er, wie dieses Hotel in der Wüste, mehr oder weniger nur noch wie eine Nadel aussah.

Nun muss in kürzester Zeit eine Entscheidung getroffen werden. Die Entscheidung lautete: Versuch des Zahnerhalts durch eine Wurzelkanalbehandlung. Gesagt, getan. Einbringung eines schmerzstillenden Präparates und die Hoffnung, dass das über den Urlaub hält.

Dann beginnt ein Beratungsgespräch und interessanterweise, in der Formulierung der Dinge, bildet sich auch für den Behandler selbst langsam aber sicher die Lösung des Problems. Ein Thema, über das viel zu selten gerddet wird. Auch ein Behandler braucht manchmal Zeit, um einen Plan zu fassen.

Und die lautet: Der Zahn, oder besser das, was von dem Zahn noch übrig ist, muss raus, denn die Patientin möchte auf diesem Pfeiler eine Versorgung, die etliche Jahre halten soll. Genau diese Sicherheit aber kann dieser Restzahn eben nicht vermitteln.

Nun hätte man auch gleich extrahieren können, aber da hatte man diesen Gedanken eben noch nicht. Und wenn man noch nicht so richtig weiß, was man am Besten machen sollte, dann zieht man einen Zahn eben nicht mal schnell, was ja nachträglich kaum rückgängig zu machen wäre.

Es macht keinen Sinn eine prothetisch hochwertige herausnehmbare zahntechnische Arbeit auf vier Pfeilern zu verankern, von denen schon einer, also hier 25% von Beginn der Rekonstruktion an mit einer fragwürdigen Prognose versehen ist.

Spielen wir den Sachverhalt einmal durch: Wird der Zahn 44 wurzelkanalbehandelt, wird das noch etliche Woche dauern. Danach muss eine Wurzelfüllung rein und man ist als Behandler gut beraten das zu tun, was die wissenschaftlichen Empfehlungen fordern. 6 Monate abzuwarten, zu reevaluieren und dann erst den Zahn prothetisch zu versorgen. Man kann es leicht nachrechnen, aber es werden 6 bis 9 Monate ins Land gehen, bevor überhaupt klar ist, ob der Zahn erhalten werden kann und selbst wenn das noch gelingt, bleibt die Frage, wie lange dieser stark vorgeschädigte Zahn dann wohl in der Lage sein dürfte die geplante herausnehmbare Teilprothetik zu tragen.

Daher erscheint folgende Vorgehensweise besser. Direkt nach dem Urlaub den Zahn raus. 8 Wochen warten, dann ein Implantat rein und nach weiteren drei Monaten, wenn alles gut läuft, hat man ein belastbares Implantat, auf das man dann mit gutem Gewissen eine Teilprothese setzen kann.

Vorteil der jetzigen Vorgehensweise: Die Patientin kann nun in aller Ruhe drei Wochen lang über diese Alternativen nachdenken.

Dann meldet sich vollkommen unerwartet unsere Patientin aus Dubai per Mail, die an diesem Wochenende zurück fliegt. Es ginge ihr nun etwas schlechter und sie sei verunsichert. Was man wohl noch tun können:

Kurze Antwort: Nichts.

Vermutlich ist die Patientin zum einen durch die Behandlung der letzten 5 Wochen angestrengt, durch die ungewöhnliche Hitze schlecht ausgeschlafen und bedingt durch die Rückreise gestresst. Das Ganze verbunden mit Befürchtungen, was wohl in Dubai passieren möge, wenn...

CMD ist eine chronische Erkrankung mit einer zahnärztlichen Grundlage, aber eben auch anderen Kofaktoren. Auf die zahnärztlichen Faktoren haben wir Einfluss, auf die Kofaktoren hingegen nicht.

Wir gehen daher jetzt alle davon aus, dass die Kofaktoren im Moment die Überhand haben und hoffen, denn mehr können wir gar nicht, dass die Dinge sich in den nächsten Tagen beruhigen werden.

Zum Glück meldet sich ebenso unerwartet eine Patientin aus Berlin, um uns neben guten Urlaubswünschen mitzuteilen, dass es ihr mit der Einstellung der Bisslage durch Laborgefertigte Dauerprovisorien extrem gut ginge.

Dann, sozusagen als Höhepunkt des Freitag Vormittags meldet sich eine altbekannte Patientin aus Krefeld wieder. Ob man den Namen noch kenne?

Ja, denn es gibt Namen und Namenskombinationen, die vergisst man nicht und sollte die Erde beben, der Himmel sich öffnen und sich eine Erdspalte unter einem auftun.

Zwei Dauerprovisorien seien kaputt gegangen und weil man sich seinerzeit ausgetauscht hatte und gemeinsam zu der Meinung gekommen sei, die Behandlung in Kiel habe nichts gebracht, ist man dann eben, nach dem Bruch von zwei Dauerprovisorien, die übrigens schon viel zu lange im Munde der Patientin verweilen, zu einem oder mehreren Zahnärzten in heimischen NRW Umfeld gegangen und habe sich dort zwei neue Dauerprovisorien anfertigen und eingliedern lassen. Seitdem ginge gar nichts mehr.

Also: Maschine Stopp, Kommando zurück und nach dem Sommerurlaub geht es zurück nach Kiel.

Ob wir dieses Problem dadurch in den Griff bekommen, indem wir einfach nur zwei "neue" Dauerprovisorien austauschen, darüber allerdings bestehen hier in Kiel starke Zweifel. Vermutlich muss der Biss mittels einer Instrumentellen Okklusionsanalyse überprüft werden, bevor man überhaupt zu sagen vermag, ob und was da möglicherweise schief gelaufen sein könnte. Gleichzeitig wird die Frage aufkommen, ob die Dauerprovisorien bei der Liegezeit überhaupt noch weiter verwendet werden können.

Erfreulicher Nebeneffekt: Wir wissen jetzt, dass es der Patientin dank der CMD Behandlung in Kiel zwar nicht "Bombe" ging, aber doch zumindest wesentlich besser, als bei der erlebten Behandlung in anderen Zahnarztpraxen. Auch so ein Ablauf vermag durchaus das eigene Renommee zu heben.

Dieser Fall gibt einen Hinweis darauf, dass das vom Patienten gewünschte Ziel der absoluten Beschwerdefreiheit ben nicht immer zu erreichen ist, aber selbst eine Teilbesserung immer noch besser sein kann, als die volle Ladung an Beschwerden ertragen zu müssen.

Ein Punkt, der manch Perfektionisten gelegentlich nur schwer nahezubringen ist.

Und dann wäre da noch unsere Patientin aus Lübeck, die zurecht davon spricht, dass sie einer künstlerischen Tätigkeit nachgeht, wenn sie singt und spricht und daher nachvollziehbarerweise Angst vor einer Arbeitsunfähigkeit hat, wenn es in den Strukturen des stomatognathen Systems knirscht, schmerzt und knackt.

Allerdings und hier bietet sich jetzt die einmalige Möglichkeit einmal auf das Grundproblem von CMD Behandlungen einzugehen.

Festzuhalten bleibt erst einmal, und das ist nicht immer so 100% klar: Der Arzt hat weder schuld daran noch trägt er Verantwortung dafür, dass der Patient krank ist! Das hört sich jetzt erst einmal recht trivial an, ist aber in unserer heutigen Zeit, in der man ja meint, alles sei käuflich und handelbar, nicht mehr in jedermanns Kopf.

Der Arzt schuldet daher, und sei noch so viel Geld im Spiel, daher auch keine Heilung, sondern nur sein Bemühen darum, dass der Patient Heilung oder zumindest Besserung erfährt. Garantieren vermag der Arzt das im Übrigen nicht. Auch das scheint manchem Patienten nicht mehr so recht klar zu sein. So wenig wie ein Rechtsanwalt die Verpflichtung hat ein Gerichtsverfahren zu gewinnen, weil er Geld dafür erhält, genauso wenig kann ein Arzt gegen Bezahlung sicher stellen, dass der Patient wieder gesund wird.

Es gilt der alte Spruch: "Der Mensch operiert, Gott heilt!"

Das gilt übrigens auch für CMD Behandlungen. Der Behandler kann heraus finden, ob die Beschwerden des Patienten mit Störungen der Okklusion zusammen hängen. Siehe Erstuntersuchung und Aufbissbehelf!

Da kein normaler Mensch bereit ist jahrzehntelang mit einem Aufbissbehelf sein Leben zu fristen, gilt es dann den Biss des Patienten einzustellen und die Okklusion störungsfrei zu gestalten, wenn sich dieser Nachweis der Kausalität in der Phase der langwierigen Diagnostik sichern lässt.

Daher im CMD CENTRUM KIEL keine Therapie ohne vorherige aussagefähige Diagnostik.

Das, genau das, vermag der Arzt zu leisten. Dass nun aber fehlbelastete Gewebe ausheilen, und wie schnell und ob überhaupt, das steht nicht im Bereich der Fähigkeit des Arztes. Das muss der Patient leisten, oder der liebe Gott.

Ob es da nun sinnvoll ist, permanent in sich hinein zu lauschen, was der liebe Gott das wohl so tut in den Kiefergelenken des Betroffenen, darüber kann man geteilter Meinung sein.

Man muss wohl davon ausgehen, dass auch der liebe Gott sich nicht immer gerne in die Karten blicken lässt, denn sonst wäre er ja nicht mehr der liebe Gott.

Insofern erscheint vielleicht nun auch unsere Standardempfehlung nachvollziehbar, wenn man dem gestressten Patienten rät, auch dann wenn’s wirklich schwer fällt, doch wenigstens zu versuchen das Thema mal ruhen zu lassen.

Denn eines steht nun tatsächlich fest: Vom darüber nachdenken, was da passiert und ob es hilft, was man da getan hat, davon ist noch Niemand gesund geworden.

Hingegen hat man immer wieder dieses intuitive Gefühl, dass ein Patient, der sich im wahrsten Sinne des Wortes in seine Beschwerden verbeißt, tatsächlich mehr und länger Probleme hat mit diesen hat.

Also, liebe Patientin aus Lübeck: Versuchen Sie bitte einfach einmal sich zurück zu lehnen, auch wenn’s schwer fällt und denken Sie einfach mal an etwas anderes, als an ihr Kauorgan. Das macht nämlich eh, was es will.

Dabei lässt sich gerade an diesem Fall ein Problem darstellen, das immer wieder so artikuliert wird und dennoch durch den Behandler nicht zu lösen ist.

Es war die Vorstellung der Patientin, die gerne singt und spricht, dass mit der Einstellung der Bisslage, praktisch über Nacht ihre Beschwerden, der Vergangenheit angehören würden.

Nehmen wir jetzt einmal als Beispiel einen Oberschenkelhalsbruchs.

Wie läuft das ab: Jedem ist klar: Der Patient wird im wahrsten Sinne des Wortes stillgelegt und Jedem ist klar, dass man über viele Wochen hinweg mit dieser Erkrankung nicht wird laufen können und vermutlich bettlägerig ist. Nun wird möglicherweise operiert und wiederum weiß Jeder, dass nicht so richtig klar ist, ob der Patient sich jemals wieder so wird laufen und sich bewegen können, wie vor der Fraktur. Wir nehmen zur Kenntnis: Das Ereignis setzt den Patienten außer Gefecht und trotz erfolgreicher Behandlung ist nicht mal klar, ob eine sogenannte restitutio ad integrum erzielbar ist. Egal, wie es ausgeht, Jeder nimmt es so an, denn man weiß: Die Ärzte tun, was sie können. Nur was der eigene Körper noch zulässt, wie die Heilung im Einzelfall verläuft, das liegt eher in Gottes Hand, als in der Verantwortung des Arztes.

Die Vorstellungen im Bereich CMD sind nun aber ganz andere. Es liegt fast immer eine langjährige komplexe Schädigung verschiedener Sturkturen vor und dazu auch noch okklusale Überempfindlichkeiten im Bereich weniger Mikrometer.

Aufbissbehelf? Wenn es sein muss, dann bitte!

Zähne beschleifen, um mit zahntechnischen Restaurationen den Biss einzustellen? Gibt’s denn da nichts besseres?

Na gut, weil Sie so vertrauenswürdig sind, dann machen Sie mal.

Während nun aber jedem Patienten, mit einem Oberschenkelhalsbruch klar ist, dass es mit laufen, fußballspielen und ähnlichem erst mal Essig ist und Bettruhe und Imobilisation des erkrankten Körperbereichs angesagt ist, hat der CMD Patient da ganz andere Vorstellungen.

Wie? Ich esse gerne hartes Brot und muss auch viel sprechen. Singen möchte ich natürlich auch gerne, denn damit verdiene ich mein Geld. Wie, man kann das Kauorgan nicht während der laufenden Behandlung volle Pulle beanspruchen? Warum ist denn das dann alles so teuer?

Alles nachvollziehbar, aber eben, seien wir mal ehrlich, auch ein wenig widersprüchlich. Der erkrankte Bereich, hier zum Beispiel die schmerzhaft knackenden Kiefergelenke, die werden natürlich nicht still gelegt, wie bei einem Oberschenkelhalsbruch, sondern die müssen natürlich, obwohl hochgradig krank, schön weiter arbeiten, wie bisher. Nur dass sie nicht mehr schmerzen mögen, wenn sie ihrer Arbeit nachgehen. So die Vorstellung des Patienten.

Wir beschreiben das immer so, als wenn ein Kunde in die Werkstatt fährt und dort eine Motorreparatur in Auftrag gibt, und wenn die Werkstatt dann den Schlüssel für das Auto verlangt, ganz empört verkündet, das Auto könne er ja nun nicht für die Zeitdauer der Reparatur in der Werkstatt lassen, schließlich brauche man das jeden Tag für den Weg zur Arbeit.

Insofern muss man in derartigen Fällen dann auch einmal darauf hinweisen, stellt sich der gewünschte Behandlungserfolg, nicht über Nacht ein, das dann kein Grund dafür sein kann, an der Kompetenz des Arztes zu zweifeln, sondern vielleicht einmal zu hinterfragen, ob die Vorstellungen des Patienten nicht nur weltfremd und überzogen, sondern, das ist ja noch viel schlimmer, geradezu kontraproduktiv für den gewünschten Heilungsvorgang sind.

Ein Patient, der meint, wenn nicht in kürzester Zeit, nach Durchführung einer therapeutischen Maßnahme, eine für ihn deutlich erkennbare Besserung seiner Beschwerden eingetreten sei, nun sei sozusagen alles Essig und man hätte das vielleicht alles gar nicht machen lassen sollen, der wird nicht nur nichts zu seiner eigenen Gesundung beitragen können, sondern ironischerweise auch noch, im Sinne einer sich selbst erfüllenden Prophezeiung, dafür sorgen, dass es ihm noch länger schlecht gehen dürfte.

Damit sind wird dann auch bei den oft beschworenen psychischen Kofaktoren, die es ohne Zweifel auch, und nicht nur dort, bei CMD Erkrankten gibt.

Wenn Jemand unentwegt vollkommen unrealistische Erwartungen an andere und letzten Endes auch an sich und seinen eigenen Körper hat, dann kann dieser Patient letzten Endes nur scheitern.

Es ist dann vielleicht einer dieser Aspekte, der in bestimmten Praxen dazu führt, dass man dort Dinge hinbekommt, die andere nicht hinbekommen, weil man als Behandler weiß, dass diese Dinge Bedeutung haben und angesprochen werden müssen. Also sprechen wir sie an und hier noch einmal!

Der Arzt kann alles noch so richtig machen, wie man es nur zu machen vermag. Wenn der Patient die Meinung hat, das könne ihm alles nicht helfen, weil....dann ist der Arzt machtlos.

Und dann gehört es eben auch dazu realistische Ziele zu formulieren und dazu hat man ja die Vorbehandlung mit dem adjustierten Aufbissbehelf durchgeführt und eine Instrumentelle Okklusionsanalyse.

Mehr geht einfach nicht und darüber muss sich auch der kritischste und erwartungsvollste Patient im Klaren sein. Alles stößt an Grenzen und das liegt dann nicht am Arzt, sondern einfach in der Natur der Sache begründet.

Der Behandler kann arbeiten und sich mühen. Denn fest: Mit reden alleine sind diese Beschwerden nicht zu beseitigen und wenn es etwas Besseres gäbe, dann würde man dem Patienten das schon lange angeboten haben.

Die ganz schlauen Patienten, die kennen natürlich all die Alternativen, auf die Sie bishger nicht gekommen sind! Die sind allerdings auch nicht im CMD CENTRUM KIEL in Behandlung.

Dass Viele Besseres versprechen und am Ende nicht halten können, das hingegen haben diese Patienten alles schon am eigenen Leibe verspürt.

Und so werden wir uns ab dem 27. August wieder mühen, um alles zu versuchen Ihre Beschwerden in den Griff zu bekommen und alles versuchen, um wenigstens einen kleinen Draht zum lieben Gott nach oben aufzubauen...

Meist gelingt das ja zum Glück auch, nur eben manchmal etwas später, als gewünscht.

Schönen Urlaub!

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