Neues vom Jameda Prinzip

Das CMD CENTRUM KIEL hat am vergangenen Freitag dem Landgericht Hamburg einen Antrag auf Erteilung einer Einstweilige Anordnung gegen die Betreiber des Arztportals Jameda eingelegt, wegen der Verletzung von Persönlichkeitsrechten des Arztes Dr. André von Peschke, Betreiber des CMD CENTRUM KIEL.

Wie das Jameda Prinzip funktioniert lesen Sie hier:

Jameda 1

Jameda 2

Jameda 3

Jameda 4

Jameda 5

Dabei habt sich schon im bisherigen Verlauf eines Gerichtsverfahrens, dass das CMD CENTRUM KIEL vor dem Landgericht München führt, herauskristallisiert, mit welch perfiden Methoden Jameda in die Gesamtbewertungen der dort gelisteten Ärzte eingreift.

Bestand früher der Verdacht, dass Jameda die Veröffentlichung negativer Bewertungen bei Jamedazahlärzten verhindert, so ist dieses Verfahren inzwischen noch verfeinert worden, weil sich immer wieder Bewerter darüber beschwert hatten, dass ihre negativen Bewertungen nicht veröffentlicht wurden.

Daher hat Jameda seine Verfahrenstechniken verfeinert.

Wenn Sie das verstanden haben und nun auch noch die laufende Klage gegen Jameda vor dem Landgericht I in München mit einbeziehen, dann wird Ihnen klar, wie das Jameda Prinzip funktioniert.

Nichtjamedaärzte, die nicht bereit sind bei Jameda "Schutzgeld" zeigen nachweislich deutlich schlechtere Gesamtbeurteilungsnoten,  als Jamedaärzte, die Kunden bei Jameda sind und bereits sich dort ein sogenannten "Schutzgeld" zu zahlen.

Wie funktioniert das Ganze also?

Jameda argumentiert damit, dort würde jede anonyme Bewertung einer Qualitätskontrolle unterzogen. Was davon zu halten ist, hatten wir schon anderer Stelle belegt. Schlechte Bewertungen, davon muss man ausgehen, auch noch beleidigenden Inhalts werden veröffentlicht.

Positive Bewertungen, und das können wir beweisen, werden trotz E-Mail und nochmaliger SMS Prüfung nicht veröffentlicht. Zumindest für das bewertete CMD CENTRUM KIEL.

Jameda erklärt dazu: "Ein Arzt habe kein Recht auf die Veröffentlichung positiver Bewertungen bei Jameda"

Das ist einer der Mechanismen des "Jameda Prinzips", zumal kein Arzt weiß, wie viele positive Bewertungen von Jameda gar nicht veröffentlicht werden. Dass die negativen Bewertungen veröffentlicht werden und seien diese noch so beleidigend, darum wiederum weiß man als Betroffener

Ein weit perfiderer und manipulativer Eingriff wird dann aber von Jameda vorgenommen, und so wird auch erklärbar, warum Nichtjamedakunden deutlich schlechtere Durchschnittsnoten als Jamedakunden haben.

Das funktioniert dann so:

Jameda erklärt, dass man im Rahmen einer sogenannten Qualitätskontrolle auch alte, bereits lange veröffentlichte Bewertungen erneut überprüfen würde, weil sich angeblich aufgrund technischer Weiterentwicklungen neue Ansatzpunkte vermeintlicher Manipulationen ergeben könnten. Wie das funktionieren könnte, darüber schweigt sich Jameda aus und erklärt, das sei deren Geschäftsgeheimnis.

Nun fragt man sich natürlich, wie das funktionieren sollte, erklärt doch dieselbe Firma Jameda eine Bewertung würde nur dann veröffentlicht, wenn sie bereits dort intensiv geprüft worden sei, bevor diese veröffentlicht wird.

Nun erklärt Jameda treuherzig, das sei so, wie bei Dopingtests, vergisst dabei aber zu erwähnen, dass die Standards von Dopingtests öffentlich zugänglich sind, während die Jameda Tests eine "Black Box" darstellen, die Jameda zum Geschäftsgeheimnis erklärt, damit gar keine Möglichkeit der Überprüfung besteht.

Und nun passiert folgendes:

Ein Jamedapatient, der dort eine Bewertung abgibt, gibt dort auch seine E-Mail Adresse ab. Und unter dieser E-Mailadresse wird der Bewerter dann fortlaufend mit Werbemails der Firma Jameda beglückt. So verdient Jameda nämlich auch Geld. Mit Werbung!

Jameda behauptet nun, es sei doch das allergrößte Qualitätsmerkmal, wenn Patienten, deren abgegebene Bewertungen schon überprüft und veröffentlicht worden seien nun nach ein oder eineinhalb Jahren aufgefordert werden, ihre bereits lange veröffentlichten Bewertungen erneut zu bestätigen. Fachausdruck: validieren.

Hierzu erhält der Patient erneut eine E-Mail. Ob er die überhaupt erhält, weil er vielleicht inzwischen ein anderes E-Mailkonto besitzt, ob er Jameda inzwischen wegen der ewigen Werbemails auf SPAM gesetzt hat, oder schlichtweg nichts mehr mit Jameda zu tun haben möchte, weil er inzwischen erkannt hat, um was für eine unseriöse Plattform es sich dort handelt, erfährt keine Berücksichtigung.

Dabei will Jameda nicht nur eine E-Mail! Nein, der Patient soll nun auch noch per SMS Code seine Bewertung erneut validieren. Ob der Patient überhaupt bereit ist diesem Werbeportal Jameda seine Handynummer zu geben und ob er überhaupt, aus den o.a. Gründen die dazu nötige, vorangehende E-Mail erhalten hat spielt keine Rolle.

Jedenfalls passiert jetzt eines: Wenn der Patient nicht bereit ist, eine bereits vor eineinhalb Jahren abgegebene, von Jameda überprüfte und veröffentlichte Bewertung erneut per SMS zu validieren, erklärt Jameda messerscharf, das spräche dann für einen „MANIPULIERTEN BEWERTUNGSVERLAUF“ dieses Arztes.

Nun werden Sie sich etwas verwundert die Augen reiben, aber gleichzeitig dürfte Ihnen klar werden, wie absurd diese Argumentation ist. Wenn Sie das erkannt haben, wird Ihnen auch klar, warum Jameda alles dafür tut, diese unseriösen Geschäftspraktiken vor deutschen Gerichten zum "Betriebsgeheimnis" zu stilisieren, so auch im laufenden Verfahren vor dem Landgericht I in München.

Wenn Sie jetzt noch davon ausgehen, dass Jameda diese Spielchen nur mit ihren Nichtjamedaärzten betreibt, dann wird Ihnen auch klar, warum Nichtjamedaärzte schlechtere Bewertungsschnitte aufweisen, als Jamedaärzte, die bereit sind "Schutzgeld" an Jameda zu zahlen.

Jameda sorgt also bei ihren Zahlärzten nicht mehr primär dafür, dass schlechte Bewertungen nicht veröffentlicht werden, sondern Jameda sorgt dafür, dass positive Bewertungen bei Nichtjamedazahlärzten gar nicht erst veröffentlicht werden, oder aber bereits eingestellte positive Bewertungen sang und klanglos heimlich wieder entfernt werden, mit dem Argument, eine bereits geprüfte und veröffentlichte Bewertung sei nicht erneut validiert worden. Pech für den Arzt, der nicht bereit ist Jameda dafür zu bezahlen.

Das ist das "Jameda Prinzip"!

Wenn Sie dieses System, von dem der Arzt gar nichts erfährt, der lesende und informationsbegierige Patient erst recht nicht, außer dass der Arzt sich wundert, warum sein Notenschnitt immer weiter abfällt und die Anzahl seiner Bewertungen sinkt, immer nur bei den Nichtjamedaärzte anwenden, aber nicht bei den Jamedazahlärzten, dann wird einem der Mechanismus klar, warum Ärzte, die keine Jamedakunden sind durch die Bank schlechtere Durchschnittsnoten haben, als Ärzte, die bei Jameda zahlen.

Das aber hat auch schon "Die Zeit" in einer großen Recherche festgestellt.War man damals noch in Unkenntnis dieses Mechanismus davon ausgegangen, dass das ja bedeuten würde, dass Ärzte, die bereit seien an Jameda Schutgeld zu zahlen eher bereit wären ihren positiven Bewertungen  nachzuhelfen, wird der Vorgang nunmehr verständlich.

Jameda manipuliert mit diesen Stellschrauben, dass Ärzte, die bereit sind an Jameda zu zahlen am Ende die Ärzte mit den besseren Bewertungen und Notenschnitten sind, als die Ärzte, die nicht bereit sind an Jameda zu zahlen.

Das Ganze funktioniert nur deshalb, weil deutsche Gerichte bisher immer dem Jameda Argument gefolgt sind, dass diese Mechanismen deshalb zu schützen seien, weil sie das "Geschäftsgeheimnis" der Firma Jameda darstellen würden.

Dabei gibt es inzwischen hinreichend Hinweise, auch für deutsche Gerichte, dass Artikel 5 GG eben nicht bedeuten kann, dass eine Firma sich hinter dem Grundgesetz verstecken darf, wenn es hinreichende Hinweise dafür gibt, dass Jameda selbst Bewertungsverläufe manipuliert, um Jamedazahlärzte besser dastehen zu lassen, als Ärzte, die mit diesem Unternehmen nichts zu tun haben wollen.

Dass die bewusste Manipulation von Bewertungsverläufen, je nachdem, ob ein Arzt bereit ist an Jameda zu zahlen oder eben auch nicht, dann den Eindruck erwecken kann, dass es sich dabei um einen groß angelegten Betrug mit dem einzigen Ziel der Gewinnmaximierung handeln könnte, darf einen auch nicht wundern.

Dass Jameda zur BURDA Gruppe gehört macht es nicht besser, und wenn man weiß, wie man auf die "Focus Beste Ärzte Liste" kommt, die ebenfalls zum BURDA Verlag gehört, dann versteht man immer mehr, dass das Medizinsystem in Deutschland inzwischen durch und durch korrumpiert ist.

Warum sollte sonst ein Arzt Geld an ein Arztbewertungsportal zahlen, wenn das nicht für ihn mit einem Vorteil verbunden wäre? Wann hören endliche diese Lügen auf?

Warum sollte ein Arzt Geld an eine Zeitung wie "Focus" zahlen, damit er sich ein Jahr lang einen "Focus-Best-Arzt" Zertifikat an die Praxistür nageln darf?

Wenn man selbst als Arzt einmal von Focus angeschrieben wurde, um sich dort über andere Ärzte zu äußern, die man gar nicht kennt, noch weniger das, was sie dort täglich machen, dann wird einem klar, was für ein absurdes uns ungeeignetes Instrument das nur sein kann.

Nur weil schlaue Ärzte über andere schlaue Ärzte urteilen, muss das Ergebnis noch lange nicht schlau sein. Schon gar nicht für einen Patienten, der Rat sucht.

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