Rekonstruierte CMD-Patientin aus Salzwedel zur Gerüsteinprobe
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Früher einmal haben wir Gerüsteinproben eher als Ausnahme durchgeführt.
Heute stellen sie in dieser Praxis den Standard dar und wenn man das so sagen darf, haben wir es zum Glück hier auch gemacht.
Das Gerüst sitzt auf dem Meistermodell: 1a.
Im Mund dann auf einmal aber nicht.
Es werden die Implantataufbauten rein und raus geschraubt die genaue Lage kontrolliert. Nein, alles sitzt so wie es sitzen soll, nur eben nicht kongruent gleich zwischen Labor und Mund. Das ist jetzt nicht die große Sensation, denn es ist bekannt, dass es ganz normalerweise Divergenzen gibt zwischen der klinischen Situation im Mund und der labortechnischen Situation auf dem Gipsmodell.
Das kann mehrere Gründe haben, in jedem Fall liegt kein Fehler vor.
Wenn man Glück hat handelt es sich um eine Diskrepanz, die mit ein bißchen Ausschleifen behoben werden kann.
Das Problem dabei ist aber, dass man mit dem Ausschleifen die Passgenauigkeit der Implantatkronen reduziert.
Will sagen: Wenn man zu oft nachkorrgiert kann es sein, dass die Arbeit am Ende immer noch nicht richtig sitzt und die Arbeit dann auch nicht mehr zu retten ist, wenn man sich für Vorgehensweise 2 entscheidet.
Vorgehensweise 2: Das Gerüst wird getrennt, im Mund mit Spezialkunststoff zusammengefügt. Abgeformt und ein neues Meistermodell gefertigt, auf dem die Stümpfe dann korrekt sitzen, Nachfolgend wird das getrennte Gerüst im Fremdlabor zusammengelötet und dann keramisch verblendet.
Kompliziert, aber am Ende passt es dann richtig.
Wenn man eben nicht durch die Vorgehensweise 1 die Implantatkronen ao weit ausgeschliffen hast, dass die nur noch auf den Implantataufbauten rumschlackern.
der entscheidende Schritt besteht also darin als Behanler zu erkennen, wann eine Diskrepanz vorliegt, die mit Vorgehensweise 1 nicht mehr zun lösen ist, denn Vorgehensweise 2 erfordert schon einen erheblichen Mehraufwand.
Nun kommt hinzu, dass die Patientin nicht gerade um die Ecke wohnt und mehrere hundert Kilometer Anfahrstrecke auf sich nimmt, um hier behandlet zu werden und das seit vielen, vielen Jahren.
Am Ende haben wir alles hinbekommen, aber eben auch nur deshalb, weil so viel Zeit geplant wurde, dass Variante 2 auch durchgeführt werden konnte.
Hätte man nur Zeit für die Variante 1 geplant und direkt danach, im Sionne einer maximalen auslastung gleich neue Patienten für eine andere Behandlung einbestellt, wäre die Katastrophe dagewesen.
Das mal zu dem Thema, wie in einer Praxis Termine geplant werden müssen, um solche Probleme zu lösen.
Es ist eben nicht möglich alles immer optimal und betriuebswirtschaftlich optimiert durchzuführen.
Das wissen aber nur die, die es wirklich machen. Zu hören sind aber stets nur die Klugscheißer, die zwar alles besser wissen, aber nichts besser machen.
Und davon haben wir in diesem Land weiß Gott genug.


